Танюша Коновал - stock.adobe.com
Steuern
3. Juni 2025

Incoterms regeln Zolllast bei US-Geschäften

Ob der Verkäufer oder der Käufer den Zoll trägt, regelt der Kaufvertrag. Im internationalen Handel werden dafür zumeist die International Commercial Terms – kurz Incoterms – verwendet. Nur bei einem Incoterm trägt der Verkäufer auch den Zoll.

Im Jahr 2024 waren die USA für Österreich das zweitgrößte Exportland nach Deutschland. Die Exporte betrugen 16,2 Mrd. Euro. Österreich ist daher von den neuen Import-Zöllen der USA gegenüber Waren aus der EU besonders hart betroffen.

Wer die Zollabwicklung übernimmt und damit den Zoll trägt, hängt von der Vertragsgestaltung ab. Üblicherweise bedienen sich die Vertragspartner im internationalen Warenverkehr der Incoterms. Die neueste Fassung, die Incoterms 2020, ist am 1. Januar 2020 in Kraft getreten.

Die Incoterms bestimmen, wer die Kosten des Transports trägt, wo der Risikoübergang für den Untergang der Ware erfolgt und wer gegebenenfalls eine Versicherung abzuschließen hat. Nur die Klausel DDP (Delivered Duty Paid) bedeutet, dass verzollt geliefert wird. Der Verkäufer übernimmt dabei auch die Einfuhr ins Zielland inklusive Verzollung. Bei allen anderen Klauseln übernimmt der Käufer als Importeur den Zoll.

Wer den Zoll tatsächlich wirtschaftlich trägt, hängt von der individuellen Marktposition ab. In einem kompetitiven Markt mit vielen Mitbewerbern wird – ganz im Sinne der Trump-Regierung – der österreichische Verkäufer die Preise senken müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Auswirkungen der Incoterms

Die Incoterms haben auch Auswirkung auf den Zeitpunkt der Verbuchung. Während es bei einem Einnahmen-Ausgaben-Rechner auf den Zahlungszeitpunkt ankommt, ist bei Bilanzierern der Zeitpunkt des Gefahrenübergangs maßgeblich. Der Gewinn gilt dann als realisiert, wenn die Gefahr des zufälligen Untergangs der Ware bereits beim Käufer liegt. Denn egal, was mit der Ware noch passiert: Der Verkäufer hat bereits einen Zahlungsanspruch.

Warenexporte in Drittstaaten wie die USA sind umsatzsteuerbefreit. Als Nachweis ist ein Ausfuhrnachweis zwingend notwendig. Dieser Exportnachweis ist unterschiedlich geregelt je nachdem, ob der Kunde abholt, ob der Lieferant selbst liefert oder ob man sich eines Frächters bedient. Wir beraten Sie gerne, welche Nachweise in Ihrem konkreten Fall notwendig sind.

Tipps für Exporteure

Derzeit kommt es fast täglich zu Änderungen bei den US-Zöllen. Einen aktuellen Überblick gibt ein eigener „Infopoint USA Zölle“ auf www.wko.at. Auch die Speditionen sowie die Branchenvertretungen der Wirtschaftskammer unterstützen Sie bei konkreten Zollfragen.

Überprüfen Sie außerdem, unter welche US-Zolltarifnummer Ihr Produkt fällt. Einige Waren werden vom Zoll explizit ausgenommen – wie beispielsweise Mobiltelefone, Computer und andere Tech-Geräte. Gegebenenfalls hilft auch eine Aufteilung der Produktbestandteile. Auch das Ursprungsland oder das Land der wesentlichen Bearbeitung der Ware kann über die Höhe des Zolls entscheiden.

Incoterms 2020 und hilfreiche Links

Weitere Informationen zu Incoterms

ICC Austria – Internationale Handelskammer: Incoterms 2020
WKO: Incoterms
WKO: Tabelle Incoterms
WKO: FAQ Incoterms
Wikipedia: Incoterms

Weitere Informationen zu Zöllen USA

WKO: Infopoint USA Zölle
WKO: Außenwirtschaft USA

Die wichtigsten Incoterms

 

englisch

deutsch

anzugebender Ort

EXW

EX Works

ab Werk

Standort des Werks oder jeder andere Ort

FCA

Free CArrier

Frei Frachtführer

Ort des Verkäufers oder Ort des Frachtführers

FAS

Free Alongside Ship

Frei Längsseite Schiff

vereinbarter Verladehafen
(ausschließlich zur Schiffsverladung geeignet)

FOB

Free On Board

Frei an Bord

vereinbarter Verladehafen
(ausschließlich zur Schiffsverladung geeignet)

CFR

Cost and FReight

Kosten und Fracht

vereinbarter Bestimmungshafen
(ausschließlich zur Schiffsverladung geeignet)

CIF

Cost Insurance Freight

Kosten, Versicherung und Fracht

vereinbarter Bestimmungshafen
(ausschließlich zur Schiffsverladung geeignet)

DAP

Delivered At Place

Geliefert benannter Ort

vereinbarter Liefer- und Bestimmungsort (meist Bestimmungsterminal oder Ort des Käufers)

DPU

Delivered at Place Unloaded

Geliefert benannter Ort entladen

vereinbarter Liefer- und Bestimmungsort (meist Bestimmungsterminal oder Ort des Käufers)

CPT

Carriage Paid To

Frachtfrei bis

vereinbarter Bestimmungsort (meist Bestimmungsterminal oder Ort des Käufers)

CIP

Carriage Insurance Paid

Frachtfrei und versichert bis

vereinbarter Bestimmungsort (meist Bestimmungsterminal oder Ort des Käufers)

DDP

Delivered Duty Paid

Geliefert verzollt und versteuert

vereinbarter Liefer- und Bestimmungsort (meist Bestimmungsterminal oder Ort des Käufers)

Wer ist wofür verantwortlich?

1) Gefahrenübergang auf den Käufer bei CIP und CPT schon ab Übergabe an den ersten Frachtführer.

2) Gefahrenübergang auf den Käufer bei CIF und CFR schon ab Beladung des Schiffs im Versendehafen.

 

V…Verkäufer, K … Käufer

Quelle: angelehnt an WKO: Tabelle Incoterms

impuls plus*

Aktuelle Themen